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US Zweitmarkt

CERTUS Life Cycle AG

Historische Entwicklung

Den Verkauf von Lebensversicherungen gibt es vom Prinzip her schon seit über 160 Jahren in Großbritannien. Der erste bekannt gewordene Handel mit bestehenden Lebensversicherungen datiert aus dem Jahr 1844, als der Finanzmakler Forster & Cranfield in London eine Versteigerung von Kapitallebensversicherungen durchführte (vgl. Bundesverband Vermögensanlagen im Zweitmarkt US-Lebensversicherungen, BVZL, Leitfaden Zweitmarkt, Marktübersicht).

Anders als in vielen Publikationen beschrieben, ist der US-Sekundärmarkt nicht erst Ende der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts mit den Policenverkäufen von Aidserkrankten entstanden, sondern kann auf eine fast 100-jährige Historie zurückblicken. Bereits im Jahr 1911 entschied der U.S. Supreme Court im Verfahren Grigsby gegen Russell, 222 U.S. 149 (1911) über die Rechtmäßigkeit des Verkaufes von Lebensversicherungen.

Im o. g. Fall hatte der Arzt Dr. Grigsby eine Lebensversicherungspolice seines Patienten Burchard durch Kaufvertrag erworben. Nach dem Tod des Patienten forderte Dr. Grigsby als Eigentümer und Begünstigter die Versicherungssumme von der Versicherung. Der Kaufvertrag wurde jedoch von der Versicherung mit der Begründung angefochten, dass die Police nicht übertragbar war, da Dr. Grigsby kein Versicherungsinteresse am Leben von Burchard hatte. Die Versicherung führte weiter aus, dass Dr. Grigsby nur eine Wette auf den Tod der versicherten Person abgeschlossen hätte. Daher sollte das Geld an den Nachlassverwalter Russel ausgezahlt werden. Dr. Grigsby sollte nur der Betrag erstattet werden, den er als Kaufpreis und Prämienleistung erbracht hatte. Dr. Grigsby brachte den Fall bis vor den U.S. Supreme Court, wo zu Gunsten von Grigsby entschieden wurde. Das Gericht war der Meinung, dass Lebensversicherungen einen gängigen Vermögenswert darstellen und dementsprechend auch veräußerbar seien. Es handelte sich um eine gültige Police, da bei Abschluss des ursprünglichen Versicherungsvertrages das notwendige Versicherungsinteresse bestand. Jemandem das Recht zu verweigern seine Police zu verkaufen, würde nach Meinung des Gerichtes den Wert des Versicherungsvertrages in den Händen des Eigentümers schmälern.

Dieses Urteil bildete das Fundament für die Entwicklung des US-Sekundärmarktes. Der Möglichkeit des Verkaufs von Lebensversicherungen war somit eine rechtliche Basis gegeben, die bis heute unverändert besteht.

Einen Boom erlebte der Zweitmarkt für Lebensversicherungen in dem so genannten „Viatical“-Markt, der sich in den USA der späten achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts formierte. Insbesondere an Aids erkrankte Patienten, die aus dem Berufsleben ausscheiden mussten und durch das soziale Netz in den USA fielen, suchten dringend nach Finanzierungsquellen und entdeckten die Policen als handelbare Vermögensgegenstände. Anstelle von Kündigung oder drohendem Verfall der Police infolge Zahlungsaussetzung eröffnete sich den Versicherten nun die Möglichkeit, die Police an Dritte zu verkaufen.

Der Kauf der Policen durch Dritte, zunächst ausschließlich durch Privatpersonen, war zweifach motiviert: die Gewinnerzielungsabsicht verband sich mit einem humanitären Effekt. Mit einer kurzfristigen Auszahlung der Versicherungssumme war stets zu rechnen, da die prognostizierten Zahlungszeitpunkte in der Regel zwischen wenigen Monaten und maximal zwei Jahren lagen.

Durch die Fortschritte in der medizinischen Forschung kamen Mitte der 90er Jahre immer wirksamere Medikamente auf den Markt und verlängerten das Leben der erkrankten Personen signifikant. Das Marktsegment der „Viaticals“ verlor an Attraktivität und reduzierte sich auf einen Bruchteil des Gesamtmarktes.

Mit dem Eintritt professioneller Marktteilnehmer veränderte sich der anfänglich nicht organisierte Sekundärmarkt für Lebensversicherungen drastisch. Es entstand ein funktionierender Zweitmarkt, der durch die staatlichen Aufsichtsämter der jeweiligen Bundesstaaten reguliert wird. Die wichtigsten Entwicklungstendenzen bis heute sind (vgl. Conning, 2003, Seite 7; vgl. Doug Head, The Evolution of the Settlement Industry, 2006):


Trend 
Ende 1990 
Heute 
Durchschnittliche Policengröße (Nennwert) ist gestiegen
 
Durchschnittsgröße bei „Viaticals“: USD 100.000, häufig mit Nennwerten zwischen USD 25.000 und USD 50.000 
Mindestgröße USD 100.000; Nennwerte von USD 250.000 und Policengröße von über USD 1 Mio. im Senior Settlement Markt nicht selten 
Versicherte sind älter
 
AIDS-Patienten: Alter zwischen 25 und 44 Jahre  
Mindestalter: 65 Jahre
 
Höhere Lebenserwartung 
Lebenserwartung zwischen 12 und 24 Monate 
Lebenserwartung bis zu 15 Jahren 
Policenkäufer
 
Spekulative Investoren
 
Institutionelle Anleger und vermögende Privatkunden 
CERTUS Life Cycle AG
US Lebensversicherung
Historie
Markt
Marktteilnehmer
Anlagestrategie
Sicherheitspaket
Fazit
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